Vereinschronik des SV 1928 Rednitzhembach e.V.

Die Vereinschronik wurde erstellt von Horst Grempel-Heidingsfelder im August 2003. Viele Textausschnitte wurden aus den Aufzeichnungen des Ehrenmitglieds Konrad Engelhardt und den Festschriften zum 50. Jubiläum und der Einweihung des Rednitzhembacher Sportparks entnommen. Ein besonderer Dank gilt dem Ehrenmitglied Hermann Bauer, der trotz Krankheit der treibende Keil für die Erstellung der Chronik war und beratend mitwirkte. Protokolle aus den Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg sind nicht mehr vorhanden. Die Angaben aus dieser Zeit beruhen auf Aussagen der Gründungsmitglieder, die teilweise schriftlich festgehalten wurden.

Viele Jahre vor der Gründung des Sportvereins wurde in Rednitzhembach bereits auf einer Spielwiese am Espan Fußball gespielt. Die Freude am Fußballspiel führte am 07.01.1928 zur Gründung des Arbeiter- Turn- und Sportverein Rednitzhembach. Hierzu muss man wissen, dass der Fußballsport in Deutschland noch sehr jung – der erste deutsche Fußballclub wurde 1878 in Hannover gegründet – und damals nicht sehr angesehen im Bürgertum war. Gleichzeitig wurde bei der Vereinsgründung eine bestimmte politische Gesinnung demonstriert. Im deutschem Sport herrschte in der Weimarer Republik nämlich noch eine strikte Trennung nach gesellschaftlicher Herkunft, politischer Gesinnung oder Konfession. Es gab neben den sozialistischen Arbeiter- Turn und Sportbund, die sogenannten bürgerlichen Verbände, wie Fußballbund und Deutsche Turnerschaft und die konfessionellen Sportverbände wie die DJK und den Eichenkreuzbund. Gegeneinander zu spielen war unter Strafe gestellt und auch jeder Verband hatte eigene Spielregeln. Sport wurde damals von politischen Parteien, dies vor allem in den großen Städten, missbraucht. Sportvereine waren dort oft verdeckte Milizverbände und Sport war daher in der Weimarer Zeit mit einem, aus heutiger Sicht, bitterem Beigeschmack belegt.

Jetzt aber wieder zurück zur Gründung des Sportvereins Rednitzhembach. Nicht nur dass die 14 jungen Gründungsmitglieder in einer politisch unstabilen Zeit, in der es sehr viele Arbeitslose gab und teilweise bittere Armut und Hunger auch in Rednitzhembach herrschte, Sport treiben wollten, nein es musste auch noch Fußball sein. Ein Spiel, bei dem man mit den Füßen nach einem Ball tritt und dabei versucht, diesen in ein Tor zu schießen. Das Turnen im neu gegründeten Verein musste daher als Tarnung für das damals „verruchte“ Fußballspielen herhalten. Ich vermute das deshalb, weil noch bis in den sechziger Jahren in den Vorstandsprotokollen immer wieder Hinweise vorhanden sind, wie: „Dass man doch endlich Geräte für die Turner und Leichtathleten anschaffen sollte“ und „Es wäre auch an der Zeit, dass man einen Trainer einteilt.“

Die Gründung des Sportvereins ist eng mit dem Namen Hans Kreitinger verbunden. Er war es, der die fußballbegeisterten jungen Männer bereits vor der Vereinsgründung um sich scharte und ihnen Fußball lehrte. Am 07. Januar 1928 wurde dann in der Gastwirtschaft von Leonhardt Rupprecht in Plöckendorf (heutige Metzgerei Bauer) der Arbeiter- Turn- und Sportverein Rednitzhembach ins Leben gerufen.

Die Gründungsmitglieder waren: Alt Georg, Brunner Stefan, Geck Christoph, Hechtel Johann, Kreitinger Hans, Lederer Georg, Lohmüller Leonhardt, Oßwald Michael, Rupprecht Leonhardt, Sauer Johann, Schäf Christian, Traumüller Michael, Zeh Hans und Zimmermann Fritz.

An diesem Tag wurde Hans Zeh zum Vereinsvorsitzenden gewählt, Hans Kreitlinger wurde Trainer und Kassier, Georg Alt übernahm den Posten als Spielleiter, Hans Hechtel war der erste Schriftführer, Georg Lederer wurde als Sanitäter und Hans Schäf als Samariter eingesetzt.

Als Vereinsfarben wurde weiß/schwarz festgelegt. Die Sportkleidung musste in den Anfangsjahren von jedem selbst bezahlt werden und noch im Protokoll von 1949 wurde durch die Vorstandschaft beschlossen, wie die Trikots verteilt werden: „Die Reservemannschaft bekommt die jetzige Garnitur der Ersten Mannschaft. Die Jugendmannschaft bekommt die von der Reservemannschaft und die Schülermannschaft bekommt die der Jugendmannschaft. Die erste Mannschaft bekommt neue blaue Hemden.“

Als Trainings- und Spielplatz wurde ein Grundstück angemietet und zum Umkleiden wurde eine Bretterhütte in den angrenzenden Wald gezimmert. Zum Waschen wurde der Wassergraben, der aus der nahen „Soos“ kam, verwendet. Hans Brenner stiftete den ersten Spielball und somit konnte der Verein den Start in der Fußballrunde beginnen. Trotz dieser widrigen Verhältnisse, die bei anderen Vereinen ebenso waren, ging man mit viel Elan zu Werke. Bereits 1930 wurde Rednitzhembach Gruppenmeister. Auch die Mitgliederzahlen stiegen bis 1933 stetig an. Mit Beginn des „3. Reiches“ wurden alle Arbeiter- und Sportbunde aufgelöst. Am 21. Mai 1933 wurde mit einem neuen Namen -„Sportverein Rednitzhembach“- dieser neu gegründet. Die Vorstände der Vereine mussten kommissarisch mit damaligen Parteimitgliedern besetzt werden. Bis zum Beginn des Krieges gab es einen regen Spielbetrieb mit 2 Mannschaften, wobei mehrere Spieler aus Schwabach für den SVR im Einsatz waren. Mit dem Kriegsbeginn 1939 und den damit verbundenen Einberufungen der jungen Männer an die Front, wurde mit Jugendspieler der Spielbetrieb bis 1942 aufrecht gehalten. Danach ruhte bis Kriegsende 1945 der Seniorenspielbetrieb.

Nach Kriegsende wurden auf Anweisung der Besatzungsmacht alle Vereine verboten. Dennoch fand sich ein kleiner Stamm unter der Führung von Hans Ammon zusammen und das Vereinsleben wurde neu belebt. Nachdem die amerikanische Besatzungsmacht feststellte, dass der Sportverein entnazifiziert war, wurde ihm dies schriftlich genehmigt. So konnte bereits am 20.10.1945 der Arbeitersportverein Rednitzhembach wieder neu gegründet werden. Die Gründungsversammlung wurde im Gasthaus Lades abgehalten und Hans Ammon wurde zum Vorsitzenden gewählt. 1946 wurde das Wort Arbeiter aus dem Vereinsnamen gestrichen und der heute gültige Namen, Sportverein 1928 Rednitzhembach festgelegt. Ein großer Teil der Fußballspieler und auch der passiven Mitglieder waren im Krieg gefallen oder wurden vermisst. Der Verein zählte nur noch 80 Mitglieder. Aber bereits im Sommer 1946 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen.

Die ersten Jahre nach dem Krieg waren für die Menschen und auch für den Sport sehr schwere und materiell arme Jahre. Hier Zitate aus Sitzungsprotokolle des SVR: 1949 „Der Antrag des Jugendleiters auf Zahlung eines Wochenbeitrages von 10 Pfennig für Jugendliche wurde als allgemein zu hoch empfunden.“ 1955: „Der 2. Vorstand Vogelhuber teilt mit, dass Bürgermeister Hupfer nach Empfang seines Gehaltes eine Spende dem Verein zur Verfügung stellen wird.“ Bälle waren bis in die sechziger Jahre so teuer und daher so wertvoll, dass es einen Ballwart gab, der diese aufbewahrte und pflegte. Zur Pflege gehörte, die Bälle gut einzufetten, gerissene Nähte zu nähen und die Ballblase zu flicken oder auszutauschen.

Zum 25 Jubiläum 1953 hatte der SVR 122 Mitglieder und der Mitgliedsbeitrag betrug monatlich 60 Pfennig. Dieses Geld wurde auch monatlich einkassiert. Einen wesentlichen Einfluss auf den steigenden Mitgliederzuwachs hatte der Zuzug der Heimatvertriebenen und der Evakuierten im Raume Rednitzhembach. Im Jubiläumsjahr war bereits wieder eine erste und zweite Seniorenmannschaft, eine alte Herrenmannschaft sowie eine Jugend- und Schülermannschaft für den SVR aktiv. Das Jubiläum wurde mit einem großen Festzug gefeiert.

Im Spieljahr 1953/54 gelang der ersten Fußballmannschaft der große Wurf. Man wurde erstmals B-Klassenmeister und damit war der Aufstieg in die A-Klasse perfekt. In einem Entscheidungsspiel wurde gegen den TV 48 Schwabach mit 8 : 1 gewonnen. Dass dies ein aufregendes Jahr für den SVR war, kann man aus einem Sitzungsprotokoll von 1953 entnehmen: „Durch undisziplinierte Zuschauer droht dem Verein eine Platzsperre. Es wir um mehr Disziplin gebeten. „

Am 21.01.1955 kommt das große Geld zum SV Rednitzhembach. Der Spieler Max Schmid wird an den 1. FCN verkauft. Es wurde vereinbart: 1.000 DM Ablöse und ein Freundschaftsspiel, das aber vom Club nicht eingelöst wurde. In diesem Jahr begann Vorsitzender Karl Betz mit der Errichtung eines Sportheimes mit Umkleidekabinen am Sportplatz. Zur Hälfte wurde das Sportheim als Umkleidekabine genutzt, zum Waschen wurde zusätzlich ein Brunnen neben dem Gebäude gegraben. Der SV Rednitzhembach war nun betreffend der sportlichen Ausstattung führend im Landkreis. Die Baumaterialien wurden Dank eines Zuschusses aus damaligen Totomitteln angeschafft, Die Arbeitsleistungen erbrachten die Mitglieder. Der „Rasenplatz“ musste immer wieder ausgebessert und planiert werden, um die großen Unebenheiten auszugleichen. Ersatzrasen wurde vom Plöckendorfer Espan geholt, heute steht dort die Schule.

1957 wurde in der Jahreshauptversammlung von der Versammlung mehrheitlich gebilligt, dass für die 1. und 2. Fußballmannschaft vom 1. April bis 15 Oktober die Abhaltung eines Pflichttrainings eingeführt wird. Überhaupt wurde in den Jahreshauptversammlungen oft über mangelnden Trainingsbesuch lamentiert. Auch die Jugend war früher nicht besser. Es wurde ein Betretungsverbot für die Wirtschaft beschlossen. Die mangelnde Disziplin wird mehrmals erwähnt. Nebenbei sei noch zu erwähnen, dass am 17.12.1957 die ersten Prämien beschlossen wurden. „Die aktiven Fußballer der 1. Mannschaft erhalten als Weihnachtsgabe eine Flasche Wein und Zigaretten.“

In der Saison 1958/59 musste die 1. Mannschaft wieder in die B-Klasse absteigen. Bemerkenswert war, dass Georg Kimmelzwinger, der als Spieler zur Meistermannschaft von 1954 gehörte, als engagierter Spielleiter es schaffte, dass 1962 die Mannschaft wieder in die A-Klasse aufstieg. Als Prämie erhielt jeder Spieler eine Maß Bier und zwei Bratwürste. 1972 wurden die Kreise neu eingeteilt und Rednitzhembach wurde dem Kreis Jura zugeordnet.

1964 wurde unter dem 1. Vorstand Erich Tilgner (war bisher einziger Ehrenvorsitzender des SVR), der Dank seiner beruflichen Verbindungen sehr viele Möglichkeiten hatte, die Umkleide- und Waschräume angebaut mit Warmwasseranlage und Beheizung. Diese bauliche Maßnahme erfolgte ohne finanzielle Zuschüsse. Um dies zu bezahlen wurden für 2,–DM Bausteine verkauft. Der Mitgliedsbeitrag betrug zu dieser Zeit 12,– DM jährlich. Auf dem Bild ist das alte Sportheim mit Terrasse und angebauten Dusch- und Umkleideräume ersichtlich.

1969 wurde der Fußballplatz abgeschoben, neu angesät und umzäunt. Ein Ausweichplatz wurde vorher geschaffen (Waldstadion), den alle Gegner wegen seiner Beschaffenheit (tiefer Sand und Wurzeln) verfluchten. Nürnberger Mannschaften hatten sich schon aufgegeben, wenn sie den Platz erblickten. Heute führt die Bundesstrasse 2 über diese Fläche. Für den Sportplatzbau wurden Zuschüsse auf Zuteilung von Staatsmitteln beim Bayerischen Landessportverband gestellt. Die Gemeinde Rednitzhembach sowie der Landkreis Schwabach haben hierzu ebenfalls Finanzmittel bereitgestellt. Neben viel Eigenleistung und guten Verbindungen zu billigem Baumaterial, wurde die Vereinskasse dennoch mit 5.000 DM belastet. Nach zwei Jahren konnten die Sportplatzarbeiten abgeschlossen werden und der Verein machte auf der einwandfreien Rasendecke ein Freundschaftsspiel gegen die Spielvereinigung Fürth.

Bisher drehte sich im Sportverein alles nur um den Fußball. Aber bereits 1967 wird verkündet, dass sich eine Tischtennisabteilung gegründet hat. Der Spielbetrieb konnte aber nicht aufgenommen werden, da geeignete Räume fehlten. 1970 wurde in der Jahreshauptversammlung daran erinnert, dass noch eine stillgelegte Tischtennisabteilung vorhanden ist und an die Gemeinde wird appelliert, nach Fertigstellung der Schulturnhalle, diese dem SVR zur Benutzung fürs Training zu geben. Die Fertigstellung der Turnhalle rückt näher und deshalb soll am 29.04.72 die Aktivierung der Tischtennisabteilung durch eine Versammlung erfolgen.

Juni 72, es ist geschafft. Die Tischtennisabteilung lebt und hat sofort 53 Mitglieder. Zum ersten mal gibt es einen Abteilungsleiter im Verein, Günter Holzinger. Ab jetzt wird jahrelang in den Protokollen der Zusatz angebracht – einschließlich Tischtennis. Das Prunkstück dieser Abteilung ist die 1. Damenmannschaft, die es 1998 schaffte in die Oberliga (dritthöchste Liga) aufzusteigen.

1978 der Verein feiert sein 50. Jubiläum. Dies war zweifelsohne einer der Höhepunkte der Vereinsgeschichte. Unter der damaligen Führung von Vorstand Kurt Krause wurde ein riesiges Fest ausgerichtet. Die Feierlichkeiten begannen am Freitag den 21. Juli 1978 mit einem Freundschaftsspiel gegen die Bundesligamannschaft von 1860 München. In einem Bierzelt wurde anschließend vier Abende zünftig gefeiert. Es wurde ein Festzug aufgestellt. Die Anlieger an der Wegstrecke wurden gebeten, die Häuser zu schmücken. Bereits um 7:00 Uhr in der Früh erschallte der Weckruf in den Ortsteilen. Auch wurde damals ein Gedenkstein für die verstorbenen, gefallenen und vermissten Sportkameraden enthüllt, der jetzt oberhalb des A-Platzes am Sportgelände Am Harmer Berg seinen Standort hat. Eine Tischtennisveranstaltung anlässlich des Jubiläums erfolgte das Wochenende darauf.

1981 die Turnabteilung wird durch Hermann Keim gegründet. Das Turnen für die Kinder und Jugendlichen wird in der Schulturnhalle abgehalten. Die Turn- / Gymnastikabteilung entwickelt sich im Verein zur mitgliederstärksten und aktivsten Gruppe. 1986 nahmen zum ersten Mal Turnerinnen des Vereins an einem Wettkampf im Geräteturnen teil. Seitdem nimmt die Wettkampfriege jährlich bei den Gaumeisterschaften im Einzel sowie im Mannschaftswettbewerb teil. Am 04.12. 1999 traten die Turnerinnen zum ersten Mal bei den Bayerischen Meisterschaften im Geräteturnen an und belegten den 8. Platz bei 15 teilnehmenden Mannschaften. Die erfolgreichste Turnerin ist bis jetzt Jutta Güttler, die den 3. Platz in ihrer Altersklasse in Bayern belegte.

Der Wandel zu dem Sportverein, wie wir ihn heute kennen, vollzog sich erst so richtig mit der Fertigstellung der Dreifachturnhalle im Gemeindezentrum der Gemeinde Rednitzhembach im Jahre 1984. Nun ging es mit der Mitgliederentwicklung schlagartig bergauf. Denn ab diesem Jahr konnte man zusätzlich im SVR Handball spielen. Die Damengymnastik wurde gegründet und die Mitgliederzahl zwischen 1978 und 1988 verdoppelte sich von 500 auf über 1000 Mitglieder. Leichtathletik wurde im Verein bis zum Ende der 90. Jahre nur sporadisch angeboten. In der Amtszeit von Helmut Ott (1984 – 1992) wurde unter der Führung von Franz Storek, als ausgebildete Übungsleiter unterstützten ihn hierbei seine Frau Ingrid und Hermann Weiß, Leichtathletik für alle Altersgruppen angeboten. Bei den Fußballern waren diese damals nicht sehr beliebt, wurde doch ein Stück des A-Platzes an der Jahnstraße für eine 100m Aschenbahn und Weitsprunganlage benötigt. Auch das Speerwerfen und die Verwendung der Hochsprunganlage auf dem heiligen Fußballrasen führte zu Konflikten mit der Fußballabteilung. Die Bahn-, Sprung- und Kugelstoßanlagen wurden während der Amtszeit von Bürgermeister Dieter Schmidt durch die Gemeinde errichtet, da auch die Schule Sportstunden auf dem SVR-Gelände abhielt. Da die sportlichen Gegebenheiten für die Leichtathleten in Rednitzhembach doch sehr eingeschränkt waren (keine 400 Meter Bahn, kaum geeignete Trainigszeiten) und der Transport der Kinder zur Bezirkssportanlage aufwändig und aus beruflichen Gründen der Trainer/Betreuer nicht immer möglich war, schlief das Leichtathletentraining ein und es wurde mehrere Jahre nur noch Lauftraining und in der Halle Fitnessgymnastik angeboten. Mit dem Neubau der Schulsportanlage 1998 erwachte wieder die Leichtathletikabteilung und bietet nun für Kinder ein regelmäßiges Training an, das sehr zahlreich angenommen wird. Sportliche Erfolge stellten sich bei den Kindern schnell ein. Bemerkenswert ist, dass wiederum die Familie Storek hierfür die treibende Kraft war und seit über 25 Jahre führt Franz Storek diese Abteilung.

1985 hat sich die Volleyballabteilung gegründet und der SVR ist speziell im Bereich der weiblichen Jugend einer der leistungsstärksten Vereine in Bayern. Die Jugend nahm bereits an deutschen Meisterschaften, bayerischen und nordbayerischen Meisterschaften teil. Dieser Erfolg ist vor allem dem Trainer Hermann Niebler zuzuschreiben. Im Mai 1998 errichtete der SVR eine Beachanlage mit drei Plätzen am Harmer Berg. Seitdem sind die Volleyballerinnen auch in dieser Sportart führend in Mittelfranken.

Die Weichen- und Umstellung, weg vom reinen Fußballverein, zu einem Sportverein mit mehreren Abteilungen und zahlreichen Angeboten, wurde überwiegend während der Amtsführung von Helmut Ott vollzogen.

1992 war ein sehr kritisches Jahr für die Fußballabteilung und für den Verein. Die sanitären Verhältnisse am Sportplatz waren in einem dermaßen schlechten Zustand, dass die Spieler der ersten Mannschaft drohten, den Verein zu verlassen. Mit diesem Problem wurde ich, Horst Grempel-Heidingsfelder, als junger und neuer Vorstand konfrontiert. Da der Verein beabsichtigte, eine neue Sportanlage zu bauen, wurde in die alte Anlage seit Jahren nichts mehr investiert. Es wurden nur noch die nötigsten Reparaturen erledigt. Die Planungen für ein neues Sportgelände erfolgten in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rednitzhembach, wobei der Sportverein bereits mehr als 20 Jahre bezüglich einer neuen Anlage immer wieder vertröstet und hingehalten wurde. In diesen 20 Jahren wurden mehrere Standorte dem Verein angeboten, die aber für eine Sportanlage letztendlich nicht geeignet waren. Aus diesen Gründen wurde im Jahr 1993 für die weitere ungewisse Zukunft kostengünstig ein einfaches Sanitärgebäude (2 Mannschaftskabinen mit Duschräumen, 1 Schirikabine und ein Abstellraum) errichtet. Die Versorgung mit Energie, einschließlich Heißwasser, erfolgte über eine Rohrbrücke aus der Firma Gummi Hartmann, die hierbei den Verein großzügig unterstützte. Auch die Gemeinde Rednitzhembach beteiligte sich finanziell im hohen Maße an diesem Bau.

Weiterhin wurde im Herbst 1992 zum ersten mal ein Grieche, Dimas Spiridon, Pächter vom Sportheim. Er schaffte es, trotz der vorhandenen katastrophalen baulichen Zustände, das Sportheim so zu bewirtschaften, dass der Verein seit langem wieder Einkünfte daraus erzielen konnte. Die Toiletten und das Abwasser waren an einer Fäkaliengrube angeschlossen, die sehr knapp bemessen war und im Sommer gab es deshalb öfters Geruchsprobleme. Weiterhin war keine ausreichende Heizung für das Vereinsheim vorhanden. Im Bereich des Ofens glühte man, weiter entfernt fror man erbärmlich. Die Küche war überhaupt nicht beheizbar und bei Minusarbeiten wurde in Winterstiefeln und im Mantel gekocht. Bei Schneeschmelze soff der Gastraum und der Keller ab, obwohl das Vereinsheim mit Sandsäcken geschützt wurde. Am schlimmsten für den Wirt war starker Frost, denn dann gefror ihm über Nacht das Bier. Es platzten Fässer und Flaschen auf. Wasserleitungen im Toilettenbereich froren zu und barsten. Die Abwasserleitungen gefroren ebenfalls und deshalb musste des öfteren die Gaststätte geschlossen werden. Seine Frau, die später anreiste, wollte bei diesen Zuständen sofort wieder zurück fliegen.

1993 gründete sich die Radsportabteilung unter dem Abteilungsleiter Achim Sanftleben. Ab 1996 wird in der Abteilung auch offiziell Triathlonsport angeboten. Bereits 1994 hat die junge Abteilung mit Norbert Preuß einen lizenzierten Radsporttrainer. Am 23.08.1998 wurde die SVR-Triathletin Dagmar Matthes Mittelfränkische Meisterin und schaffte die Qualifikation für die Teilnahme am Ironman auf Hawaii. 1995 es ist geschafft. Der SVR beginnt mit dem Bau der Sportanlagen Am Harmer Berg, zwischen der B2 und dem Rhein-Main-Donau-Kanal. Vorher waren viele Hürden zu überwinden. Nachdem der SVR sich entschieden hat, anstatt der angebotenen Sandgruben an der Staatsstraße -wurde abgelehnt, da nicht sicher war, wann die Gruben jemals endgültig gefüllt sind und wegen dem Problem von jahrelangen Erdsetzungen- das Gelände Am Harmer Berg zu bebauen, begannen zähe Verhandlungen zwischen der Vorstandschaft des SVR und dem damaligen Bürgermeister Rolf Schultheiß. Knackpunkt bei all den Verhandlungen waren die Baukosten und die gemeindlichen Zuschüsse. Die Vorstellungen des Vereins, wie sie dann letztendlich verwirklicht wurden, waren laut Bürgermeister angeblich nicht zu finanzieren. Dank des Gemeinderates, der mehrheitlich fraktionsübergreifend hinter den Entwürfen des SVR stand, konnte das Objekt in Angriff genommen werden. Die damalige engere Vorstandschaft, Horst Grempel-Heidingsfelder, Gerhard Lunz, Herbert Rühl, Günther Lehner, Dieter Frenzel und Robert Weber hatten den Mut, den Beschluss der Mitgliederversammlung umzusetzen. Mit Mitteln des Landes Bayern, des Landkreises Roth und der Gemeinde Rednitzhembach konnte das 3,4 Millionen DM-Projekt, bei knapp 230.000,– DM Eigenkapital angepackt werden.

Die Gemeinde Rednitzhembach ist besonders lobend zu erwähnen, da sie finanziell den Verein sehr großzügig gefördert hat. Der damals neu ins Amt gekommene 1. Bürgermeister Jürgen Spahl und mit ihm viele Gemeinderäte standen dem SVR bei dem Bauvorhaben sehr engagiert bei. Ein Glückstreffer für den Verein war, dass Hermann Bauer zu dieser Zeit in Rente ging und somit Zeit hatte, als Baukoordinator tätig zu werden. Vor allem seine Erfahrungen als Kaufmann kamen dem Verein sehr zu Gute und der SVR hat durch ihn tausende von DM eingespart. Hermann Bauer wurde für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement am 18.10.2000 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Die Vereinsmitglieder und auch Nichtmitglieder brachten mehr als 6.000 Arbeitsstunden für den Bau der Anlage ein. Zahlreiche großzügige und kleine Sach- und Geldspenden erlaubten es uns, neben den geplanten Anlagen (Gaststätte, Wohnung für den Platzwart und den Pächter, Kleinsporthalle mit Nebenräumen, Kraftraum, sechs Umkleidekabinen mit Duschen, drei Fußballrasenplätze und Allwetterkleinfeldplatz) zusätzliche Sportflächen (drei Beachplätze, Kleinfeldrasenplatz und Eisstockbahn) und Einrichtungsgegenstände (Hallenbestuhlung, Sportgeräte) anzuschaffen. Bei all den vielen Helfern auf der Baustelle, war Gott sei Dank, nur ein Arbeitsunfall zu verarzten. Es erwischte den Enkel des Gründungmitglieds Christoph Geck, Manfred Maurer, der sich bei den Dacharbeiten eine Sehne an der Hand durchgeschnitten hat. Das Richtfest wurde am 06.07.1996 zünftig gefeiert.

Im August 1995 erscheint zum ersten Mal der Hembi als Stadionzeitung. Bald darauf wurde er das offizielle Mitteilungsblatt des SVR und löste das Sportecho (Erstausgabe war Mai 1976) ab, das durch sein vierteljährliches Erscheinen nicht mehr zeitgemäß war. Der Hembi wird nun monatlich jeden Haushalt in Rednitzhembach zugestellt. Vom Anfang an bis heute ist Albert Schug als Verantwortlicher für diese Zeitung mit dabei. 1997 der Verein feiert vom 11. bis zum 14. Juli 1997 seinen Umzug und die Einweihung des neuen Rednitzhembacher Sportparks am Harmer Berg. Höhepunkte dieser vier Tage waren unter anderem: Fußballspiel SVR-AH, gegen FCN-AH, Bunter Abend mit den Alpenrebellen im Festzelt, Festzug vom alten zum neuen Sportgelände unter Beteiligung aller Rednitzhembacher Vereine, Fußballspiel der FCN Profimannschaft gegen die 1. SVR-Mannschaft vor mehr als 2.000 Zuschauern. Das Spiel endete 0:15. Die neue Anlage des SVR wurde von allen Besuchern sehr gelobt. Anzumerken ist, dass der SVR mit den Baukosten seinen Finanzrahmen nicht überschritten hat und bisher in der Lage ist, seine Finanzverpflichtungen zu erfüllen.

Juli 2000 beginnt die Geschichte der Asphaltschützen. Unter der Leitung des ehemaligen Vorstandes und Ehrenmitglieds Helmut Ott gründet sich die Abteilung, die sehr schnell Zuwachs bekam. Durch diese Sporteinrichtung konnten vor allem ältere Senioren zum Vereinssport animiert werden. Am 31.05.2003 feiert der Verein seinen 75. Geburtstag mit einem großem Fest am Harmer Berg mit Sportshow und Sport für Alle. Der SVR ist einer der größten Vereine im Landkreis Roth mit mehr als 1.500 Mitglieder in 8 Abteilungen, davon ca. 600 Kinder. Der Mitgliedsbeitrag beträgt für aktive Sportler 80 Euro, für Kinder 37 Euro und für Familien 105 Euro im Jahr. Der Jahresumsatz des SVR liegt bei etwa 150.000 Euro, wobei nur ca. 65.000 Euro aus den Mitgliedsbeiträgen erwirtschaftet wird. Mehr als 100 ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen dafür, dass in Rednitzhembach kostengünstig Vereinssport angeboten werden kann. Um all dies zu verwalten, wurde ein Vereinsbüro eingerichtet und eine Bürokraft, Frau Lemgen, auf der Basis eines 400 Euro Arbeitsverhältnis eingestellt.